Sachsen im Klimawandel

Organisation Sachsen im Klimawandel

Sachsen im Klimawandel

Thema Sachsen im Klimawandel und Extremwetterereignisse
Beschreibung Seminare für Oberschulen und Gymnasien:

Die mittlere Jahrestemperatur Sachsens stieg im Vergleichszeitraum 1991 – 2005 gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 im Mittel um 0,7 °C. Das Frühjahr zeigt mit 1,0 °C von allen Jahreszeiten die stärkste Temperaturerhöhung. Im langjährigen Trend nimmt in den Monaten April, Mai und Juni sowohl die Häufigkeit als auch die maximale Länge von Trockenperioden zu. (Quelle: Sachsen im Klimawandel – Eine Analyse) Für Nord- und Ostsachsen sind markante Rückgänge der Regenmengen in den Monaten Juni, Juli und August um 15 bis 30 % mit gravierenden Folgen für die Land- und die Forstwirtschaft prognostiziert. (Quelle: Klimawandel in Sachsen – Sachstand und Ausblick 2005) Künftig werden im Sommer Temperaturmaxima bis 42°C erwartet. 1997, 2000, 2003, 2006 und 2009 gehen als Dürrejahre mit Ernteverlusten besonders in Nord- und Ostsachsen in die Geschichte ein. Unvergessen bleiben die Extremniederschläge vom August 2002. Doch oft außer Betracht gelassen wird die Tatsache, dass der Juli 2002 der fünfte Monat in Folge war, der wärmer als normal ausfiel und dass gerade der Osten Deutschlands unter einer extremen Dürre litt. Seit dem Beginn der 1980er Jahre und künftig verstärkt tritt eine deutliche Verringerung der Anzahl der Frost- und Eistage auf. Orkantiefs wie Kyrill und Emma werden auch in Sachsen an Intensität und Häufigkeit zunehmen. Am 25. 05. 2010 verwüstete ein Tornado die Region Großenhain und verursachte neben acht Millionen Euro Gebäudeschäden große Verluste im sächsischen Staatswald und in städtischen Parkanlagen. In der REGKLAM-Modellregion Dresden sind im Frühjahr und Sommer eine mittlere Temperaturzunahme von 0,9 °C im Zeitraum 1991 bis 2005 gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 und eine Zunahme der Anzahl und Länge von Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter waren bei einer mittleren Temperaturerhöhung von 0,7 °C feuchter.

Termine 23.10., 24.10., 25.10.
Zusatz
  • Klasse: Seminare für Oberschulen und Gymnasien während des Biologie- und Geographieunterrichtes höherer Klassen bzw. Jahrgangsstufen (Klasse 7 bis Jahrgangsstufe 11, bevorzugt Klasse 10 und Jahrgangsstufe 11)
  • Dauer: 90 Minuten
  • Ort: in der anfragenden Schule
  • technische Voraussetzungen: Beamer und Laptop

Organisation Sachsen im Klimawandel

Sachsen im Klimawandel

Thema Folgen des Klimawandel für Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
Beschreibung Seminare für Oberschulen und Gymnasien:

Die Klärung der Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und einer Verlagerung bzw. einer massiven Zurückdrängung von Lebensräumen und den damit verbundenen Veränderungen des Artenspektrums wird seit einigen Jahren eingehender als bisher wissenschaftlich bearbeitet. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass bereits bei Erhöhung der Jahresmitteltemperatur um 1 °C Arten 200 bis 300 km polwärts bzw. um 200 Höhenmeter “wandern“ können. Als hauptsächliche Ursachen der bisherigen gravierenden Auswirkungen auf die Biodiversität im globalen, regionalen und lokalen Maßstab sind derzeit menschliche Aktivitäten wie massive Reduzierungen von Natur belassenen Flächen, intensive Bewirtschaftungsmethoden in Land- und Forstwirtschaft, Eutrophierung, Schadstoffbelastung, fortschreitende Inanspruchnahme von Flächen und die Landschaftszerschneidung zu nennen.

Diese Eingriffe allein führten und führen zur irreversiblen Schädigung der natürlichen Umwelt. Die begonnene Klimaänderung trifft also auf eine bereits belastete und geschädigte Umwelt. Auch in Sachsen ziehen eine Erhöhung der Lufttemperatur, die Abnahme des Niederschlags während der Vegetationsperioden, eine zunehmende Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen (Trockenperioden, Stürme, Starkregen, Hochwasser) sowie abnehmende Schneebedeckung in den sächsischen Mittelgebirgen als gemeinsam wirkende Stressfaktoren in der Regel zusätzlich komplexe Wirkungen auf Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme nach sich. Auswirkungen des Klimawandels können wir bereits im eigenen Garten oder auf einem Spaziergang wahrnehmen: Der Apfelblüte, die deutlich früher beginnt, fehlen die Insekten für die Bestäubung der Blüten. Das über lange Zeiträume entwickelte Zusammenspiel von Blüte und Insekt gerät aus dem Gleichgewicht. Trockenstress von Pflanzen ist bereits zum Beginn der Vegetationsperiode 2 beinahe die Regel. Unter den Pflanzen- und Tierarten gibt es Verlierer und Gewinner des Klimawandels.

Termine 23.10., 24.10., 25.10.
Zusatz
  • Klasse: Seminare für Oberschulen und Gymnasien während des Biologie- und Geographieunterrichtes höherer Klassen bzw. Jahrgangsstufen (Klasse 7 bis Jahrgangsstufe 11, bevorzugt Klasse 10 und Jahrgangsstufe 11)
  • Dauer: 90 Minuten
  • Ort: in der anfragenden Schule
  • technische Voraussetzungen: Beamer und Laptop
Organisation Sachsen im Klimawandel

Sachsen im Klimawandel

Thema Auswirkungen des Klimawandels auf Arten und Lebensgemeinschaften im Ökosystem Wald
Beschreibung Seminare für Oberschulen und Gymnasien während des Biologie- und Geographieunterrichtes:

In Sachsens Wäldern dominieren derzeit Fichten (35 Prozent) und Kiefern (30 Prozent; nach Waldbericht 2008). Die aus ihnen aufgebauten Forstökosysteme sind häufig durch Struktur- und Artenarmut gekennzeichnet. Unter Berücksichtigung einer standörtlichen Differenzierung ist die Fähigkeit dieser Forstökosysteme, Umwelteinwirkungen zu widerstehen oder sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen, als gering einzuschätzen. Es ist davon auszugehen, dass die Intensität des Klimawandels dieses Anpassungs-potential deutlich übersteigt und zu großflächigen, komplex ausgelösten Schadwirkungen führt. Nadelbaumreinbestände sind besonders durch Insektenbefall (Kalamitäten) und Stürme gefährdet.

Naturnahe Wälder und Forsten mit einem größeren Anpassungspotenzial an steigende Temperaturen und ein verändertes Niederschlagsregime kommen lediglich auf einem Viertel der Waldfläche Sachsens vor. Mit der Häufung von Dürre- und Hitzewetterlagen nimmt zusätzlich die Waldbrandgefahr zu. Neben Hitze- und Dürreperioden in den Vegetationsperioden 1 und 2 insbesondere in den Jahren 1997, 2000, 2003, 2006, 2009, 2011 und 2014 hinterließen die Sturmtiefs Kyrill und Emma sowie der Tornado vom 24./25. 05. 2010 auch in sächsischen Wäldern Spuren der Verwüstung. Entsprechend der Ausprägung des Kronenzustandes in Kombination mit der Verlichtung waren 2014 in Sachsen 15 % der Waldfläche deutlich geschädigt, 46 % schwach geschädigt und 39 % ohne erkennbare negative Beeinflussung (Waldzustandsbericht 2014).

Die Forstwirtschaft der Gegenwart muss bei der Waldbehandlung aktuelle und künftige Klima-Modelle einbeziehen. Im subkontinentalen Bereich des sächsischen Tieflandes werden perspektivisch die Gemeine Kiefer und die Stieleiche dominieren. Von einem grundlegenden Wandel sind dagegen das sächsische Hügelland und die unteren Berglagen betroffen. Die hier vorkommenden Fichtenforste könnten aufgrund eines massiven Selektionsdrucks bereits kurzfristig bis mittelfristig verschwunden sein. Der seit Anfang der 1990er Jahre eingeschlagene Weg des ökologischen Waldumbaus ist somit alternativlos. Der großflächige Anbau nur weniger Baumarten in Sachsen hat auch die genetische Situation von 11 Baum- und 29 Straucharten so eingeengt, dass diese als gefährdete Arten auf der Roten Liste des Freistaates Sachen geführt werden. Zu nennen sind z. B. Weißtanne, Schwarzpappel, Elsbeere, Moorkiefer und Feldulme. Die Wiedereinbringung dieser inzwischen seltenen Baumarten ist eine große Herausforderung.

Termine 23.10., 24.10., 25.10.
Zusatz
  • Klasse: Seminare für Oberschulen und Gymnasien während des Biologie- und Geographieunterrichtes höherer Klassen bzw. Jahrgangsstufen (Klasse 7 bis Jahrgangsstufe 11, bevorzugt Klasse 10 und Jahrgangsstufe 11)
  • Dauer: 90 Minuten
  • Ort: in der anfragenden Schule
  • technische Voraussetzungen: Beamer und Laptop